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Die Dorfkirche "St.Peter und Paul" - Labrun

Das kleine Dörfchen Labrun bei Prettin besaß schon zu Reformationszeiten ein Gotteshaus. Es ist möglich, daß dieser Bau mit der heutigen Kirche "St. Peter und Paul" identisch ist.

Die Labruner Kirchenakten erwähnen Ende des 16.Jahrhunderts Reparaturarbeiten an der Labruner Kirche. Auch trägt der Taufstein die Jahreszahl 1597. Unter der Regide der verwitweten sächsischen Kurfürstin Hedwig wurden um 1616 grundlegende Bauarbeiten durchgeführt, deren Abschluß 1632 im Portal vermerkt ist

.

In seltener Geschlossenheit verweist auch die Ausstattung der Kirche auf diese Zeit. "St. Peter und Paul" dokumentiert daher in besonderem Maße die protestantische Glaubens- und Lebenswelt zu Beginn des 30jährigen Krieges. Wertvolle Ausstattungsstücke sind so nicht nur der Altar mit der Darstellung der Namenspatrone Pet(rus) und Paul(us), die künstlerisch hochwertige Kanzel nebst Kanzeldeckel, außerdem das nun frisch restaurierte, großformatige Gemälde "Die Auferstehung Christi" - diskutiert wird seine Herkunft aus der Hofhaltung Hedwigs, sondern das Kirchengestühl. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen der nur seltenen erhaltenen Evangelischen Beichtstühle. Darauf scheint die Darstellung der vier Evangelisten in den Frontfeldern hinzuweisen, als auch, daß Patronats- oder Stiftungshinweises (Wappen o. dgl.) völlig fehlen.

Abbildung des Altars in der Kirche zu Labrun Gelübde
der Kurfürstin Hedwig (1611 - 1641):
(aufgezeichnet von Hofprediger Michaelis)
"Meinen Untertanen soll das Wort Gottes lauter und rein gelehrt werden und ich will danach mit ihnen leben als meines HERR-GOTTES Magd. Ihren Beruf und ihre Arbeit will ich fördern zu gemeinem Nutzen. Den Armen will ich helfen, wo ich ihnen helfen kann."

"Stifterin" ist die verwitwete Kurfürstin Hedwig, Schwester des Königs Christian IV von Dänemark (1588-1648). Sie war mit Christian II. von Sachsen, Enkel des Kurfürsten August I. verheiratet wurde mit 29 Jahren Witwe und nahm auf der Lichtenburg ihren Witwensitz - Semigenitur innerhalb des Kurfürstentums Sachsen. Da sie dänische Prinzessin war, gab es bis zu ihrem Tod keinerlei Verwüstungen im 30jährigen Krieg in ihrem Machtbereich (betreffend die Ämter Lichtenburg, Annaburg, Schweinitz, Seyda und Schlieben).

In Labrun ließ sie 1616 die baufällige Kirche und die Schule wieder instand setzen und in der Lichtenburger Schloßkirche Altar, Kanzel, Taufstein und Glocken erneuern und alten Altaraufsatz (Triptychon) in der Prettiner Kirche schaffen. So ist der Bau der Kirche "Sankt Hedwig" in Hohndorf mit einer hübschen Geschichte um die Stiftung durch die Kurfürstin im Jahre 1620 verbunden. Im Jahre 1624 lies sie die Genthaer Kirche - ein Kleinod - erbauen. Der Kirche in Mügeln bei Jessen stiftete sie einen kelchförmigen Taufstein mit Sprüchen an der Kuppa.